1000 Kraniche für Japan - Margit Meyer berichtet von einer Initiative der HS Lavamünd
Die Nuklearkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 war an der Hauptschule Lavamünd in Kärnten Anlass, im März und im Lesemonat April in verschiedenen Gegenständen darauf einzugehen und dieses Unglück verstärkt im Unterricht aufzuarbeiten, unter anderem auch in der Leseerziehung. Mit einem Leseprojekt wollte man darauf aufmerksam machen, dass 66 Jahre nach Hiroshima diese Katastrophe nicht einfach so hingenommen werden dürfe und man erkennen solle, dass die Möglichkeiten des Menschen begrenzt seien. Um aufgrund der neuerlich freigesetzten Radioaktivität in Japan nicht ängstlich und traurig zu werden, wurde die Idee geboren, aus Papier Kraniche zu falten und so der japanischen Bevölkerung symbolisch beizustehen. In Japan wird der Kranich als heiliger Vogel verehrt, an ihn knüpfen sich Wünsche und Hoffnungen. Nach einer japanischen Legende hat derjenige, der 1000 Kraniche faltet, einen Wunsch frei. Wenn man 1000 Kraniche faltet, hat man viel Zeit zum Nachdenken und man kann über vieles sprechen. So geschehen auch unter den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrpersonen an der Hauptschule Lavamünd. Für diese Leseaktivität waren neben den aktuellen Zeitungsberichten auch der Buchklub GORILLA Band 26 Sadakos Plan von Ingrid und Christian Mitterecker und die Gorilla.Cyber.Tours mit den spannenden Hintergrundinformationen der richtige Lesestoff. Gut eingelesen und mit der Idee vertraut gemacht, wurde mit dem Falten der Kraniche begonnen. Begeisterung entwickelte sich, so dass das Ziel, 1000 Kraniche zu schaffen, ehrgeizig verfolgt wurde. Ein geeigneter Platz für die Anbringung der fertigen Kraniche, von eins bis tausend nummeriert, wurde gesucht und im überdachten Eingangsbereich der Schule gefunden. Das Ergebnis konnte, für jedermann sichtbar, angebracht werden. Bald kam der Wunsch auf, unter dem Kranichhimmel nicht nur zu spielen, sondern auch zu lesen und zu arbeiten. Im Juni war dieser Leseort noch immer ein gern aufgesuchter Ort, er wird es wohl bis zum Schulschluss bleiben. So ein Leseprojekt hinterlässt tiefe Eindrücke bei jedermann. Wir freuen uns auf das Lesejahr 2011/12.