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"Leichter lesen"-Service
MMag. Michaela König
Servicetelefon
Di bis Do, 9–13 Uhr:
(01) 505 17 54 DW 58

Was heißt eigentlich phonologische Bewusstheit?

Ist sie angeboren oder kann man sie trainieren?

Phonologische Bewusstheit oder phonematisches Bewusstsein gilt in der internationalen Forschung inzwischen unumstritten als Kernvoraussetzung für erfolgreichen Schriftspracherwerb. Man versteht darunter die Fähigkeit, die Struktur der Lautsprache zu erkennen und mit Sprachelementen zu operieren. Kinder, die lesen lernen, müssen in der Lage sein, die Aufmerksamkeit vom Inhaltsaspekt der Sprache auf den Formaspekt zu legen und damit metalinguistisches Wissen in den Lernprozess zu integrieren. Das phonematische Bewusstsein ist nicht angeboren, sondern muss schon möglichst früh trainiert werden.
Die Unterscheidung
Unterschieden wird zwischen phonologischer Bewusstheit im weiteren und im engeren Sinn: Aufgaben zur phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn sind zum Beispiel Reime erkennen oder Wörter in Silben zerlegen. Diese Fähigkeit wird als basale Vorläuferfertigkeit für den Schriftspracherwerb angesehen, die viele SchulanfängerInnen bereits in einem hohen Ausmaß besitzen. Diese Fähigkeiten orientieren sich eher an der Oberflächenstruktur der Sprache.
Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn ist auf die Lautstruktur gerichtet und bezieht sich auf Anforderungen wie z. B. Anlaute erkennen oder Laute synthetisieren: Wo hörst du das M in Maus? Vorne, in der Mitte, oder hinten? Wie heißt das Wort Opa wenn du das a durch ein i ersetzt? Und welches Wort bleibt, wenn du bei Bauer das B weglässt?
Das phonematische Bewusstsein im engeren Sinn entsteht als schriftsprach-spezifische Voraussetzung erst im Zusammenhang mit der Einsicht in das Laut/Schrift-Prinzip.

Durch Studien belegt
Die Bedeutsamkeit der phonematischen Fähigkeiten wird durch eine große Anzahl an Studien belegt, die den Zusammenhang zwischen phonologischer Bewusstheit und späteren Lese- und Rechtschreibleistungen immer wieder belegen. Diese Untersuchungen zeigen, dass eine Überprüfung der Reimfähigkeit im Vorschulalter Lesen und Rechtschreiben bis ins vierte Schuljahr vorhersagen kann.
Bei Kindern mit niedrigen phonematischen Fähigkeiten ist zu befürchten, dass sie ohne zusätzliche Fördermaßnahmen nicht in der Lage sind, den phonologischen Code unserer Schriftsprache zu entschlüsseln. Sind erst einmal Lese- und Rechtschreibprobleme durch solche phonologischen Defizite entstanden, wird man sie schwer wieder los.


Wenn auch Sie Fragen zum Thema "Leichter lesen" haben, dann wenden Sie sich an Michaela König.

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