
"Leichter lesen"-Service
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Wer ist eigentlich ein/e ideale/r LesepartnerIn? |
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Vorlesen kann man überall: in der Schule, im Kindergarten, in der Kindergruppe, beim Schlafengehen, nach dm (oder auch beim) Essen, im Zug, im Auto, in der U-Bahn oder im Bus, daheim auf der Couch oder unterwegs im Urlaub. Und Kinder sind meistens voll bei der Sache, wenn ihnen vorgelesen wird.
Gibt es Regeln für das Vorlesen? Gibt es ideale LesepartnerInnen? Wichtig ist, dass dem/der VorlesepartnerIn das Buch selbst gefällt. Nur Bücher, die einem selbst gefallen, kann man für andere interessant vorlesen. Dabei ist der ideale Lesepartner oder die Lesepartnerin nicht männlich oder weiblich, nicht erwachsen oder Kind, nicht zwingend besonders gut im Lesen, sondern einfach jemand, der sich mit Freude auf eine Vorlesesituation vorbereitet hat.
Denn: Kindern vorzulesen ist nicht schwierig, wenn man einige Tipps beherzigt. Auch "vorlese-ungewohnte" Kinder lassen sich dann gern von Geschichten bezaubern und in den Bann ziehen.
| Vorlesen zu Hause | Eltern sind meist nicht nur die Vorlesenden, sondern auch diejenigen, die Bücher kaufen. Kaufen Sie Bücher mit den Kindern gemeinsam! Wenn uns Erwachsene ein Buchtitel anspricht, heißt das noch nicht, dass er auch den Kindern gefällt.
- Zum Vorlesen zu Hause braucht es Zeit, Ruhe und Gemütlichkeit. Also: Das Handy abschalten, gemütlich mit dem Kind kuscheln und entspannt vorlesen. Wobei das Vorlesen nicht darauf beschränkt sein sollte, dass eine/r liest und der/die andere zuhört! Ganz im Gegenteil, wenn einGespräch über eine Textpassage entsteht, lassen Sie es zu!
| Einer Gruppe vorlesen | Vorlesen – egal ob Eltern, LehrerInnen oder andere lesebegeisterte Erwachsene es tun – ist immer auch vorbereitetes Lesen! Kein Schauspieler und kein Nachrichtensprecher der Welt liest unvorbereitet Texte vor:
- Er/sie sollte das Buch, das er/sie vorlesen möchte, ganz genau kennen! Nur eine möglichst genaue Kenntnis des Buches verhindert unliebsame Überraschungen beim Vorlesen. (Außerdem
fühlt man sich selbst sicherer und kann sich ganz auf die
Vorlesesituation konzentrieren.)
- Ideal – besonders für VorleseanfängerInnen – ist es, wenn man das Buch im Vorfeld bereits jemandem vorlesen kann, um etwaige Reaktionen zu erfahren.
- Eine gute Möglichkeit der Vorbereitung ist auch, einmal eine eigene
Lesung zu Hause auf Kassette aufzunehmen und der eigenen Stimme
kritisch zuzuhören.
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Es ist sinnvoll, sich Anmerkungen zu Betonungen, Kürzungen, Änderungen etc. zu notieren (mit Bleistift oder mit Klebezetteln im Buch markieren).
- Es gilt: Sitzkreis statt Bankordnung; nur der/die Vorlesende kennt
und hat das Buch, alle Zuhörenden haben Blickkontakt zum/zur Lesenden.
- Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Umgebung, in der eine Vorlesesituation stattfinden soll: Das Vorlesen von Geschichten und das Betrachten von Bilderbüchern sollten in einer Atmosphäre der Ruhe, der Geborgenheit und der Entspannung ablaufen. Entsprechend sollte es sich bei dem Vorleseraum möglichst
nicht um ein Durchgangszimmer oder einen Raum handeln, in dem
gleichzeitig andere Aktivitäten stattfinden.
| Wenn Kinder vorlesen
| Auch Kinder lesen – vor allem jüngeren, noch nicht lesenden Kindern –
gerne vor. Aber auch hier gibt es Regeln, damit diese Vorlesesituation
nicht zur Einmal-Aktion wird, sondern zu einem lesefreudigen
Zusammentreffen.
- Kinder sind sehr stolz darauf, lesen zu können und dieses auch
jüngeren Kindern beweisen zu können. Sie sollten die Möglichkeit bekommen, Bücher auszuwählen, die ihnen selbst sehr gut gefallen haben. Da sind sie mit Begeisterung dabei!
- Sie müssen die Möglichkeit haben, entweder zu Hause oder im Unterricht ihren Text kennenzulernen und zu üben. Denn
nur so gelingt es ihnen, egal ob einem einzelnen Kind oder
beispielsweise einer kleinen Gruppe von Kindergartenkindern,
verständlich vorzulesen.
- Vorlesen ist eine Kommunikationssituation. Daher ist der Blickkontakt der Beteiligten wichtig. Alle Zuhörenden müssen Blickkontakt zum vorlesenden Kind haben.
- Im Anschluss an das Vorleseerlebnis sollen die Kinder ihre Erfahrungen austauschen und eine Art "Lesesupervision" von Erwachsenen erhalten, damit sie Fehler erkennen und ausbessern können.
| Trotzdem Probleme?
| Falls beim Vorlesen Probleme (Unruhe, störende Kinder) auftreten
sollten, braucht sich der/die ideale LesepartnerIn nicht gleich beirren
lassen. Meist lässt sich die Störung durch kleine Tricks beheben:
- Beim Vorlesen Augenkontakt – besonders mit unruhigen Kindern – halten.
- Man spricht störende Kinder gezielt an: "Was meinst du denn?"
- Unruhige Kinder sollten dicht neben dem/der LesepartnerIn sitzen.
- Zwischenrufe und Fragen sollen gleich beantwortet werden.
- Man kann Geschichten gegebenenfalls kürzen oder eine kurze Lesepause einlegen, in der man Entspannungsübungen mit den ZuhörerInnen macht. Oft ist die Konzentrationsfähigkeit danach wieder vorhanden. In diesem Sinne: Üben Sie doch das Vorlesen mit Ihren Schulkindern und seien Sie selbst das beste Beispiel für eine/n ideale/n LesepartnerIn!
| Info |
Wenn auch Sie Fragen zum Thema "Leichter lesen" haben, dann wenden Sie sich an Michaela König. |
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