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SEXISMUS
Zu: Benni und Babe

"Frauen sind keine Objekte, Bernard. Wir sind nicht auf der Welt, um sexistischen Ferkeln wie dir, die zu beschränkt sind, um irgendetwas zur Kenntnis zu nehmen außer ihren eigenen niederen Interessen, zur Belustigung zu dienen." - So reagiert Bennys Mutter, nachdem er ihr erzählt hat, dass seine Freundin Babe heiße. Bennys Mutter hat sicher schon einige negative Erfahrungen mit Sexismus gemacht. Deshalb reagiert sie auch so heftig, als Benny ihr von Babe erzählt. Sie glaubt, dass Benny seine Freundin zu "Babe" abwertet und damit zu einem dummen, naiven Baby macht. Doch in diesem Fall ist das anders, denn Babe heißt tatsächlich so und Benny hat mit ihrem Namen nichts zu tun.

Weißt du, was der Ausdruck "sexistisch" bzw. "Sexismus" bedeutet? Sexismus ist jede Art von Benachteiligung und Unterdrückung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Da vorwiegend Frauen benachteiligt werden, wird der Ausdruck meist für diskriminierendes Verhalten von Männern gegenüber Frauen verwendet.
Benachteiligung, Abwertung und die Darstellung der Frau als verfügbares Objekt sind nach wie vor real. Sexismus kannst du überall dort erkennen, wo Frauen zuerst als "Geschlechtswesen" - also vornehmlich ihr Äußeres begutachtet und bewertet wird - und dann erst als Menschen betrachtet und behandelt werden.

Im Allgemeinen unterscheidet man drei Formen der Diskriminierung:

  • Ein Mensch wird in seiner Existenz nicht ernst genommen.
  • Ein Mensch wird zwar wahrgenommen, allerdings wird diese Wahrnehmung überlagert von Vorurteilen und groben Verallgemeinerungen.
  • Es wird anerkannt, dass ein Mensch anders ist, gleichzeitig aber gefordert, dass er sein "Anderssein" ablegt.

Die Benachteiligung von Frauen gegenüber Männern wurde von der Frauenbewegung nicht nur zum Thema gemacht, sondern vor allem als Antrieb und Auftrag gesehen, die Stellung der Frau jener der Männer gleichzustellen. (http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.f/f702928.htm). Dieser Kampf war sehr langwierig und dauert in manchen Bereichen immer noch an (z. B. dass Frauen bei gleicher Arbeit gleich viel verdienen wie Männer). Schon Mitte des 19. Jahrhunderts forderten die Frauen dieselben politischen Rechte (zum Beispiel das Wahlrecht) wie Männer. Wusstest du, dass Frauen in Österreich erst seit 1919 wählen dürfen? In der Schweiz ist es Frauen erst seit 1971, in Liechtenstein überhaupt erst seit 1984 erlaubt. Und in manchen Ländern der arabischen Welt dürfen Frauen nicht wählen. Du siehst also, dass Frauen auch heute noch nicht gleichberechtigt sind - selbst in unserer "modernen" Gesellschaft sind sie noch immer benachteiligt. Sie bekommen häufig für die gleiche Arbeit weniger Gehalt, sie werden eher arbeitslos als Männer, sie erhalten seltener Spitzenpositionen und werden von vielen Menschen noch immer lieber hinter dem Herd als im Berufsleben gesehen.

Sexismus ist aber auch im Alltag weit verbreitet. Man kann sexistische Bemerkungen im persönlichen Bereich schon im Alltag entdecken - z. B. wenn jemand abfällig sagt: "Frauen und Technik …" oder "Frauen können nicht Auto fahren". Oft ist uns das gar nicht bewusst, welche Vorurteile wir damit transportieren. Sexistisches Verhalten findet sich auch dann, wenn ein Mann eine Frau auf ihre körperlichen Merkmale reduziert und Bemerkungen über Kleidung und Figur macht. Das kann bis zu unerwünschten sexuellen Annäherungen führen. Daher wird der Begriff "Sexismus" auch oft gleichbedeutend für "sexuelle Belästigung" verwendet.

Einige Daten aus der Medienwelt
Laut Mediawatch beanspruchten im Jahr 2001 Frauen nur 16,4 % Redezeit in der ORF-Nachrichtensendung "Zeit im Bild". Global Media Monitoring Projects (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050411009) zeigt, dass Frauen nur zu 9 % als Politikerinnen oder Expertinnen im Mittelpunkt stehen. Laut dieser Studie kommen Frauen in den Meldungen am häufigsten als Opfer vor. Besonders stark werden Rollenklischees in Werbungen überzeichnet: 78 % der Frauen, die in diversen Spots über den Bildschirm hüpfen, sind entweder anlehnungsbedürftig und unselbstständig oder romantisch und verführerisch. Man erkennt deutlich die offensichtliche Reduzierung auf als Aufputz dienende Sexobjekte. Nur 12 % der Frauenfiguren in der Werbung wirken erfahren und selbstbewusst.

LINKS IM INTERNET

Frauenbewegung und Politik
http://www.frauenbewegung.at/index.html

Verein Efeu: Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle
http://www.efeu.or.at/

Mädchen und Technik:
http://www.mut.co.at/

Für Mädchen, die sich für Berufe in der IT-Branche interessieren, können wir diese Seite empfehlen:
http://www.maedchenmacht.at/index_flash.html

Weitere interessante Links:
http://www.abzwien.at/
http://www.waff.at/amandasmatz/
http://www.aks.at/

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