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HERMANN JANDL und ERICH FRIED Zu den Gedichten im GORILLA-Band "hoffnungsreich" |
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Hermann Jandl wurde 1932 in Wien geboren. Sein Vater war Bankbeamter, der nach der Weltwirtschaftskrise mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte. Die Mutter war Lehrerin und schrieb selbst Gedichte und kurze Prosatexte. Hermann Jandl besuchte die Lehrerbildungsanstalt und war anschließend in Wien und Niederösterreich als Pflichtschullehrer tätig. Zuletzt war er Schuldirektor. Während seiner Unterrichtstätigkeit beschäftigte er sich immer wieder mit dem Schreiben. Schon 1952 erschienen seine ersten Texte in Literaturzeitschriften. Er schrieb nicht nur Gedichte, sondern auch Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Hörspiele. Obwohl Hermann Jandl selbst angibt, rund um die Uhr zu schreiben, obwohl sein Werkverzeichnis sehr umfangreich ist und obwohl auch die Preise, die er im Laufe seines Lebens erhalten hat, beachtlich sind, hat er bis jetzt dennoch nicht den Bekanntheitsgrad seines großen Bruders Ernst Jandl erreicht, von dem du sicher schon gehört hast. Das im Buch abgedruckte Gedicht "friedensappelle" ist ein Text der experimentellen Lyrik. Diese Form der Lyrik ist in den Fünfzigerjahren entstanden. Sprache wird als Material behandelt, man ordnet Wörter graphisch auf einem Blatt an oder man gibt sie phonetisch wieder. So unterscheidet man zwei Richtungen: Visuelle und Akustische Poesie. Hermann Jandls Bruder Ernst war am Erfolg dieser Literaturform maßgeblich beteiligt. Im Kasten rechts zwei Beispiele aus seinem umfangreichen Werk.
Sein Leben wird vom Nationalsozialismus geprägt: Nach dem Einmarsch der Deutschen 1938 flüchtet er aus Wien. Sein Vater wird von der Gestapo ermordet, seiner Mutter hilft Erich Fried später zur Flucht nach England. 1943 stirbt seine Großmutter im Konzentrationslager Auschwitz, im selben Jahr begeht sein Exilfreund Hans Schmeier in London Selbstmord. 1939 erhielt Fried eine Anstellung als Bürogehilfe beim Jewish Refugee Committee in London. Er gründete eine Selbsthilfegruppe für emigrierte Jugendliche und half insgesamt 70 Menschen zur Flucht nach England. In Exilzeitschriften wurden zu diesem Zeitpunkt schon erste Gedichte Frieds veröffentlicht. Ab 1950 arbeitet er für die BBC, wo er meist politische Kommentare verfasst. Erst 1953 kehrt er das erste Mal auf europäisches Festland zurück und besucht Berlin. Auf Einladung von Wolfgang Kraus, dem Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, kommt er 1962 zum ersten Mal nach seiner Emigration wieder nach Wien. 1988 stirbt Erich Fried an einem Krebsleiden und wird in London begraben. Wenn du mehr über Erich Fried wissen willst, dann schau auf die offizielle Homepage. Dort findest du sehr viele Fotos von ihm und seiner Familie, Texte, ein Werkverzeichnis sowie Links zu weiteren Webseiten über den Autor. Besonders bekannt wurden seine Gedichte. Er schrieb aber nicht nur Liebesgedichte, sondern auch politische Gedichte. Erich Fried war sein Leben lang ein politischer Mensch, der immer kritisch seine Meinung kundtat. In vielen seiner Gedichte – so auch in denen in deinem Gorillaband – hat er seine Erlebnisse während des Krieges verarbeitet.
Erläuterungen: BBC: britischer Rundfunk- und Fernsehsender Prosa: Texte ohne Versmaß Schützengraben: Ein Schützengraben wird zum Schutz der Infanteristen – der Soldaten zu Fuß – ausgehoben. Du musst dir vorstellen, was ein Soldat empfindet, wenn er in diesem Graben liegt und um ihn herum geschossen wird.
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