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DAS SCHICKSAL DER JUDEN
IM DRITTEN REICH U. a. zu: Renate Welsh, Besuch aus der Vergangenheit Ingrid und Christian Mitterecker, Zwei Geschichten der Demütigung |
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Im
19. Jahrhundert begannen Juden sich in denjenigen Parteien politisch
zu engagieren, die sich für die Gleichstellung der Juden aussprachen.
Das waren die liberalen, sozialistischen und später die kommunistischen
Parteien. Nun entstand in den christlich-konservativen Parteien und
bei den Anhängern der überkommenen Ordnung ein neues Bild,
das Bild des radikalen und zum Umsturz neigenden Juden. Antisemitismus heute: Antisemitismus
ist auch heute noch vorhanden, obwohl viele Menschen im Alltagsleben
kaum bewusst mit Juden zusammentreffen. Dennoch hört und liest
man immer wieder von Zerstörungen von Synagogen oder Schändung
von jüdischen Friedhöfen.
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Die folgenden Fotos, die du über die angegebenen Links erreichen kannst, sollen dir einen kleinen Eindruck von den Demütigungen vermitteln, die Juden erdulden mussten.
Dieses Foto wurde unmittelbar nach dem
Anschluss in einer Straße in Wien aufgenommen. Es handelt sich um eine der
vielen, durch Augenzeugenberichte überlieferten „Reibeaktionen“. Es ist
nicht bekannt, wer der Fotograf war. Auf dem Foto sind Menschen zu sehen,
die auf der Straße knien. Sie werden gezwungen die Straße zu säubern. Sie
knien in Reihen und haben Wassereimer vor sich stehen. Deutlich ist zu
erkennen, dass die Menschen mit lächerlich kleinen Bürsten arbeiten
müssen. Daran wird deutlich, dass diese Menschen erniedrigt werden sollen.
Jüdische Geschäftsleute aus dem 3. Wiener
Gemeindebezirk werden von SA-Leuten zum Straßenreiben
gezwungen. "SA" bedeutet Sturmabteilung. Es handelte sich um eine
uniformierte und bewaffnete spezielle Kampftruppe der Nationalsozialisten,
deren Rolle in den 30er Jahren von der SS, der Schutzstaffel, übernommen
wurde.
Jüdische
Frauen müssen im März 1938 auf dem Lainzer Platz in Wien / Hietzing
die Motorräder der Deutschen Wehrmacht putzen. |
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Als die 14-jährige Lena Besuch von Frau Emma Greenburg bekommt, die das Haus besichtigen will und behauptet, dass sie als fast 14-Jährige in ihrem Zimmer gewohnt habe, kommt das Lena sehr eigenartig vor. Warum nennt Oma sie Grünberg und warum ist Oma überhaupt nicht nett zu ihr? Ist das Haus vielleicht nicht rechtmäßig erworben worden? Das Haus könnte aufgrund von Arisierung an Lenas Familie gekommen sein. Arisierung ist der nationalsozialistische Begriff für die Ausschaltung der Juden aus dem Berufs- und Wirtschaftsleben sowie die zwangsweise Überführung ihres Besitzes an nichtjüdische Eigentümer. 1938 wurden alleine in Wien 70 000 Wohnungen jüdischer Bürger „arisiert“ („entjudet“), entweder von der GESTAPO enteignet oder wild geplündert. Die Bewohner wurden vertrieben oder deportiert. Die Einrichtungsgegenstände wurden im Mobiliendepot eingelagert. 1939 wurde ein Großteil dieser Einrichtungsgegenstände in staatlichen Besitz übernommen. Das Mobiliendepot stattete seit dem 18. Jahrhundert kaiserliche Schlösser und Amtsstuben aus, seit 1918 richtete es Ämter, Botschaften und Amtsstuben der Republik Österreich ein, ab 1939 auch mit „arisierten“ Möbeln. Nach 1945 wurde einiges im Zuge der Restitution zurückgegeben, anderes blieb verschollen. In vielen Fällen gibt es keine Besitzer oder Nachkommen der Besitzer mehr. Problematisch wird die Situation, wenn es sich um ein Grundstück oder ein Haus handelt, für das ehemalige jüdische Besitzer oder deren Nachkommen ein Rückstellungsverfahren einleiten. Oft dauern die Prozesse Jahre, die für beide Parteien nervenaufreibend sind. In vielen Fällen geben die ehemaligen jüdischen Besitzer auf oder verkaufen das Haus den neuen Besitzern. Wenn du dich für diese Thematik interessierst, dann schau auf die folgende Seite!
Anhand dieser 8 Fälle kannst du erfahren, wie die Enteignung vor sich gegangen ist, wie die ehemaligen Besitzer oder deren Nachkommen Rückstellungsanträge gestellt haben und wie weit der Fall heute erledigt ist. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Geschichte des ehemaligen Sanatoriums Purkersdorf bei Wien, das vor dem Anschluss 1938 ein Treffpunkt der internationalen Hautevolee war. Es gehörte dem jüdisch-deutschen Industriellen Victor Zuckerkandl.
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Erläuterungen: deportieren: jemanden zwangsweise verschicken Euthanasie: Sterbehilfe für unheilbar Kranke Hautevolee: vornehme Gesellschaft Holocaust: Massenvernichtung. Vom griech. Begriff "holokaustos" = völlig verbrannt ( = hebräisch "Shoa") Muslim / Moslem: Angehöriger des Islam Pogrom: mit Plünderungen und Gewalttaten verbundene Verfolgung von Minderheiten, im 3. Reich besonders von Juden. Ein berüchtigtes Beispiel ist die "Reichskristallnacht" (1938). Restitution: Wiedergutmachung, Wiederherstellung Stigmatisierung: Brandmarkung Transsubstantiationslehre: Lehre, dass sich Brot und Wein beim Abendmahl in Leib und Blut Christi verwandeln |
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