MODELLEISENBAHNEN
 

 

 

 

Die Kleinbahn

 

ELOK 1949Als Ing. Erich Klein 1947/48 mit der Produktion seiner "Kleinbahn" begann, kostete eine Anfangsgarnitur 490-- Schilling; ein Arbeiter hatte damals einen Wochenlohn von 200,- Schilling. Das Ziel Erich Kleins war es, dass jeder Arbeiter mit einem Wochenlohn für sich (oder eines seiner Kinder) eine komplette Eisenbahngarnitur kaufen konnte. Daher wurde die Produktion vereinfacht und automatisiert. Dennoch kostete 1950 die Anfangsgarnitur immer noch öS 460,- . Bald waren es jedoch nur noch öS 360,-, und Anfang 1955 wagte man den Schritt auf 295,- Schilling.

ANFANGSGARNITUR KLEINBAHN 1955 Da der Bedarf relativ groß war (in den Jahren 1949-53 war "Kleinbahn" in der Weihnachtszeit regelmäßig schon Anfang Dezember ausverkauft), wurde nochmals in Modernisierung investiert. 1955 begann man, ein eigenes Filialnetz aufzubauen; durch den Wegfall der Zwischenhändler konnte neuerlich eine deutliche Preisreduktion erzielt werden. Im August 1955 wurde der Preis der "Kleinbahn" - Anfangsgarnitur auf öS 195,- gesenkt. Die Folge war ein gewaltiger Andrang! Viele Menschen wollten eine "Kleinbahn"-Garnitur besitzen. Immer mehr "Kleinbahn"-Filialen wurden in ganz Österreich errichtet, zumindest eine in jeder Landeshauptstadt.

 

Fast ebenso erfolgreich waren die Modelle der Firma "Liliput". Da die Modelle teurer waren, konnten jedoch nicht so viele Exemplare  verkauft werden.

 

Der Modellbahnboom 1955

 

PLANENWAGEN 1955Dieser Boom hatte mehrere Gründe, u. a. die durch den Staatsvertrag wiedergewonnene Freiheit sowie den langsam steigenden Wohlstand. UHRWERKSGARNITUR KLEINBAHN 1955 Vor allem aber war die Bahn nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel; ein Auto konnten sich nur wenige Menschen leisten. Die ÖBB modernisierten, und "Kleinbahn" (aber auch "Liliput") brachten oft im selben Jahr noch die neuesten Lokomotiven heraus. Das erste Erfolgsmodell war der "Blaue Blitz" (Siehe auch die Seite "Verkehr und Motorisierung - Die Bahn"!), von den ÖBB 1952 in Dienst gestellt, von "Kleinbahn" und "Liliput" im gleichen Jahr als Modelleisenbahn auf den Markt gebracht.

 

In Österreich dominierten die Marken "Kleinbahn", "Liliput" und "Märklin", ab 1952 kam die Firma Fleischmann auf den Markt. Die Marke "Trix" blieb in Österreich einer Minderheit vorbehalten.

 

Modellbahnsport

 

Der Modellbahnsport war besonders bei den Erwachsenen beliebt. Wer konnte, bastelte selbst. Da es noch kein Fernsehen gab, hatte man auch genügend Zeit dazu!

 

BAHNHOF 1955Es gab eine ganze Reihe von Clubs, viele Enthusiasten und ab 1948 eine Fachzeitschrift ("Eisenbahn"), die in ihrer Gesamtkonzeption zumBAHNHOF MIT ZUBEHÖR 1950 Vorläufer und Vorbild für viele europäische Eisenbahn - Fachzeitschriften werden sollte, in der regelmäßig Bauanleitungen veröffentlicht wurden und über die  man mittels Versand auch Teile bestellen konnte.

 

Damals dauerte es oft mehrere Jahre, bis ein ganzer Zug fertig war. Sparen - Teile kaufen - basteln - wieder sparen -  kaufen - weiterbauen ... War endlich ein Zug vollständig (meist eine Lok, drei, vier Waggons, ein Schienenkreis), so fehlte ein Trafo, denn der war damals mit Abstand das Teuerste an der Bahn. Wer ihn besaß, hatte jedoch ein unverwüstliches "Instrument". Noch heute fahren viele "Modellbahner" mit Trafos der "Kleinbahn".

 

ERGÄNZENDER LINKWer sich für eine detaillierte Geschichte der Modelleisenbahn interessiert, kann ein umfangreiches WORD-Dokument downloaden.

 

KESSELWAGEN 1955Die Informationen zum Thema "Modelleisenbahn" sowie das umfangreiche Bildmaterial verdanken wir Johannes Reittinger, der auch ein Kleinbahn-Museum leitet.

 

Kleinbahn-Museum
Homepage des Kleinbahn-Museums in Altenmarkt an der Triesting

Johannes Reittinger / private Homepage