|
Sadako hat in ihrem Krankenzimmer
Kokeshi-Puppen, die ihr Glück bringen sollen.
Kokeshi-Puppen
sind einfach geformte Puppen aus Holz und stammen aus Tohoku, der
nördlichen Region der Hauptinsel Honshu. Dort werden sie in der armen,
aber waldreichen Gegend gedrechselt. Sie
werden aus dem Mizukiholz (Hartriegelholz) gefertigt. Zuerst wird
ein Vierkantstück gesägt und zylindrisch gedreht, anschließend wird
es gedrechselt, bis es die richtige Form erhält, dann bemalt und mit
Reisstroh poliert. Die meisten Puppen haben weder Arme noch Beine,
sondern nur einen Kopf und einen zylindrischen Rumpf. Sie stellen
kleine Mädchen dar. Durch die unterschiedlichen Bemalungen wirkt jede
Puppe anders.
Kokeshi-Puppen stammen aus der Edo-Zeit
(zwischen 1600 und 1867) und waren ursprünglich Souvenirs der Kurorte um
Thermalquellen. Einige Künstler versuchen heute die Puppen zu
modernisieren. Gefallen dir die neuen oder die traditionellen Puppen
besser?
Am
3. März wird in Japan übrigens Hina Matsuri, das Puppenfest
für die Mädchen, gefeiert. Nach über 1000-jähriger Tradition werden
in den Familien Puppen für die Töchter aufgestellt und es wird ein
kleines Fest mit den Freundinnen gefeiert. An diesem Tag wünschen
die Familien ihren Töchtern ein erfolgreiches und glückliches Leben.
Puppen werden zusammen mit den Blüten von Pfirsichbäumen im Haus aufgestellt.
Am Hina Matsuri wird süßer Sake (Reiswein) getrunken und Chirashi-Sushi
(Sushi mit Meeresfrüchten) gegessen.
In Japan gibt es übrigens auch ein
traditionelles Puppentheater, das Bunraku genannt wird. Die Puppen
sind etwa einen Meter groß und werden von bis zu drei Personen
manipuliert. Jede Person ist dabei für einen Teil der Puppe
verantwortlich. Sie lassen die Puppe wie lebendig erscheinen, obwohl sie
selbst hinter der Puppe auf der Bühne sichtbar sind.
 |