Auf einer zehn Meter langen Schriftrolle haben wir die vielen Briefe, Gedichte und Zeichungen, die uns aus ganz Österreich erreicht haben, gesammelt. Ingrid Ditzl, Michaela König und Iris Schmidinger aus dem Buchklub haben eine Auswahl auf der Veranstaltung verlesen.
Wir sagen DANKE an alle, die uns eine Botschaft geschickt haben.
Hier veröffentlichen wir eine kleine Auswahl zum Nachlesen.
Der Buchklub der Jugend soll die Freude am Lesen wecken, seit 1948, und hat das auch seither getan. Die meisten von uns haben Erinnerungen an die Buchklub-Jahrbücher, an das, was Bücher für uns bedeutet haben, als wir das Lesen lernten. All das, was wir unseren Kindern, den Kindern, die jetzt das Lesen mit Freude lernen sollen, verwehren. Wir werfen Ihnen und uns lieber Smartphones in den Schoss, und wundern uns, wenn sie keine Aufmerksamkeit mehr für das gedruckte, das sperrige, das feurige, das emphatische, das vielfältige Wort aufbringen können.
Wenn man den Buchklub der Jugend zusperrt, dann macht man eine Tür hinter sich zu, die nicht mehr aufzuschließen ist. Stattdessen muss man den Buchklub wieder groß und wirkungsvoll machen. Damit Kinder wieder Lesen lernen: Und zwar über das funktionelle Lesen hinaus.
Andrea Stift-Laube, Autorin
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Wir könnten aufgeben.
Wir könnten uns geschlagen geben und vor den Dopaminkicks der Kurzvideos und schnellen Bilder im Internet kapitulieren.
Könnten wir.
Das wäre einfacher.
Und unglaublich viel dümmer.
Oder wir bieten Alternativen.
Es gibt eine Alternative, die Fähigkeiten fördert, statt sie abzubauen: Lesen.
Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Erhebungen, die die positiven Effekte deutlich belegen: Egal ob Manga, Sachbuch, Fantasyroman: Lesen übt Textverständnis, Ausdrucksvermögen und sogar die Rechtschreibung.
Lesen entspannt messbar, es wird sogar vor dem Einschlafen empfohlen, senkt den Cortisolspiegel und fördert die Schlafqualität. Lesen ist immersiv, es beglückt, ohne unser Dopamin-Belohnungssystem zu überfordern und damit unempfindlicher gegen andere Reize zu machen.
Lesen übt auch das Leben.
Durch das Hineinversetzen in verschiedene Figuren wird nachweislich die emotionale Kompetenz gestärkt. Leser können Emotionen anderer Menschen besser deuten, eigene Emotionen besser einordnen und ausdrücken. Sie üben am Modell, sich in verschiedenen Situationen zurechtzufinden, sie bilden Urteile, bewerten, lernen Alternativen kennen.
Nicht zuletzt deswegen wird Lesen als Demokratieförderung verstanden.
Was braucht es dazu? Ein Buch natürlich.
Allerdings funktionieren ein immersives Erlebnis und Lesemotivation nur mit dem passenden Buch. Also braucht es Vorschläge, Zusammenfassungen, Einordnungen, Tipps, um eine Auswahl zu haben und neugierig zu werden. Am besten auch eine Möglichkeit, sich auszutauschen, sich auf Augenhöhe mit neuen Empfehlungen zu befassen. Genau das bietet der österreichische Buchclub der Jugend.
Wir könnten zulassen, dass er schließen muss.
Wir wären aber entsetzlich dumm, das zu tun.
Judith Mohr, Kinder- und Jugendbuchautorin
DER BUCHKLUB IST NICHT ERSETZBAR !!!!
DANKE FÜR EUER ENGAGEMENT, DIE TOLLEN HEFTE UND
BÜCHER, AUTORINNEN-und AUTORENLESUNGEN,
LITERATURWORKSHOPS, DIE BUCHKLUBLESESHOW !!!
DIES ALLES IST FÜR DIE LESEFÖRDERUNG UND LESEKOMPETENZ
UNSERER SCHÜLER UND SCHÜLERINNEN NICHT ERSETZBAR !!!!
GENERATIONEN VON SCHÜLERN UND SCHÜLERINNEN KONNTEN VOM BUCHKLUB PROFITIEREN.
ER IST DIE ÄLTESTE UND GRÖSSTE INSTITUTION ZUR LESEFÖRDERUNG UND MUSS WEITERBESTEHEN !!!!
DER BUCHKLUB MUSS WEITERLEBEN !!!!
Martina Hammelbach, Direktorin MS Grundsteingasse, Wien
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Lesen ist nicht nur eine notwendige Technik im Alltag,
Lesen ist nicht nur ein Hobby.
Lesen ist ein unverzichtbarer Grundstein, um mit der Welt in Kontakt zu treten.
Lesen öffnet Türen.
Lesen öffnet Herzen.
Lesen öffnet den Geist.
Wer will, dass Menschen lesen, muss Kindern den Weg zum Lesen ebnen.
Wer will, dass Kinder lesen, muss die unterstützen, die Kindern den Zugang zu Lesekompetenz und geeigneter Lektüre ermöglichen.
Dafür ist der Buchklub der Jugend eine unverzichtbare Institution.
Das darf nicht verloren gehen!
Kathrin Steinberger, Autorin
Tu, felix Austria, lege
Du, armes Österreich,
hast aber kein Geld,
um Kinder zum Lesen zu führen …
Wir brauchen nicht nur einen Tanzschein,
sondern:
Einen Bildungsschein!
Einen Kulturschein!
Einen „Lesen – Lachen – Lieben-Schein“!
Einen „Wir-kümmern-uns-um unsere-Kinder-Schein“!
Wir brauchen den
BUCHKLUB!
Jutta Treiber, Schriftstellerin
Es braucht den Buchklub der Jugend, denn ohne ihn wird es für viele in Österreich keine erlesene Kindheit und keine vielseitige Jugend geben.
Gerade in Zeiten, da der Konsum von Kurzfilmen auf oberflächlichen Plattformen das Lesen von Literatur zusehends verdrängt, ist es wichtig, die Bedeutung von Büchern schon früh und von klein auf zu lehren.
Der Buchklub der Jugend sollte deshalb nicht eingespart, sondern – im Gegenteil – gefördert und verstärkt werden.
Sich in eine Geschichte zu vertiefen, sich in sie verlieren zu können, muss früh gelernt sein, braucht eine besondere Konzentration und ist ein eigener Zauber, der niemals so stark wirken kann wie in der Jugend, da plötzlich eine ganze Welt sich einem jungen Menschen neu eröffnet.
Doron Rabinovici, Autor
Liebe Kollegen und Kolleginnen!
Mit Bestürzung nehme ich seit langem wahr, dass das Lesen, die Beschäftigung mit dem wertvollen Kulturgut Buch, ständig an Bedeutung verliert. Betrachtet man die von der digitalen „neuen Religion“ bewirkten Veränderungen in der Psyche und im Verhalten der (vor allem jungen) Menschen, wäre eine auch politische Förderung des Lesens und des Buches angesagt.
Ich erinnere mich an den Buchklub der Jugend in positiver Weise, an die Zeit, als ich als sehr junger Mensch, von Eltern und Schule gefördert, begann, Texte und Bücher zu lesen.
Das Ende des Buchklubs der Jugend wäre eine weitere kulturelle Wunde in der Lebenskultur unserer Gesellschaft. Was bleibt mir, als dem Buchklub der Jugend meine volle Solidarität zu übermitteln!
Mit den besten Grüßen!
Michael Benaglio
Literat, Bad Mitterndorf
Das drohende Aus des österreichischen Buchklubs in Wien wäre weit mehr als nur das Ende einer Institution – es wäre ein Verlust für die Bildungslandschaft und die kulturelle Zukunft unseres Landes!!!
Leseförderung ist entscheidend, weil Lesen die Grundlage für Lernen, kritisches Denken und gesellschaftliche Teilhabe bildet. Wer gut liest, kann Informationen verstehen, einordnen und sich eine eigene Meinung bilden. Gleichzeitig stärkt Lesen Fantasie, Empathie und sprachliche Fähigkeiten – besonders bei Kindern und Jugendlichen. In einer Zeit, in der Informationen im Überfluss, die oft ungefiltert konsumiert werden, in einer Welt der Fakenews ist die Fähigkeit wichtiger denn je.
Genau hier setzt der Buchklub an: Er leistet seit Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Leseförderung, indem er Schulen, Lehrkräfte und Familien unterstützt. Durch sorgfältig ausgewählte Bücher, Projekte und Initiativen schafft er einen niederschwelligen Zugang zur Literatur.
Leseförderung ist keine Nebensache, sondern eine Investition in die Zukunft. Sie entscheidet darüber, wie gut kommende Generationen informiert, kritisch und kreativ denken können. Der Buchklub ist dabei kein Luxus, sondern ein zentraler Baustein dieser Förderung.
Sein Fortbestand ist daher nicht nur wünschenswert, sondern notwendig!!!
Michaela Reitbauer, PH Steiermark
Bücher sind Freunde.
Mit viel Liebe, Kreativität und Engagement initiieren der Buchklub und die Menschen, die für ihn arbeiten, diese besondere Freundschaft, indem sie junge Menschen zum Lesen begeistern.
Deshalb kann und möchte ich mir eine Welt ohne diese wichtige Institution nicht vorstellen.
Mag. Dr. Ulrike Titelbach
Unterrichtet Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
am Institut für Germanistik der Universität Wien
Lesen = natürliche Intelligenz wird zurückgedrängt
KI wird ausgebaut
Was sagt uns das? Brauchen wir Intelligenz-Prothesen?
Sascha Wittmann, Autor
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Seit mehr als 70 Jahren (ich bin 92) bemühe ich mich, jungen Menschen die Welt des Buches nahe zu bringen – Kindern und Jugendlichen, die bisher keine Freude am Lesen fanden. Ist ihr Interesse geweckt, müssen sie jedoch eine weitere Hemmschwelle überwinden: Wie und wo Bücher und Zeitschriften aussuchen? Und muss man Geld dafür ausgeben?
Dabei steht ihnen das vielfältige Angebot des Buchklubs der Jugend hilfreich zur Seite. Fiele dieses Angebot weg, entschwänden wahrscheinlich die ersten Impulse zu lesen bald ins Nirgendwo.
ORinDr. Traude Veran (früher Schleichert)
Schulpsychologin und Schriftstellerin
Wien und Oberwart
23. April 2026 – Welttag des Buches
11:00 Uhr, Ballhausplatz, Wien
29 % der Erwachsenen in Österreich können nicht sinnerfassend lesen!
Lesen ist kein Luxus – es ist die Basis für Bildung und das Fundament unserer Zukunft. Was hier auf dem Spiel steht, betrifft jedes Kind, jede Familie und letztlich unsere gesamte Gesellschaft.
Wir brauchen dringend mehr Leseförderung – gleichzeitig steht der Österreichische Buchklub der Jugend, die größte Organisation für Leseförderung, vor dem Aus.
Leseförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!
- Die öffentliche Hand, die Sozialpartner, aber auch Organisationen und Unternehmen sind aufgefordert, sich aktiv und finanziell an der Leseförderung zu beteiligen.
- Der Buchklub soll erhalten bleiben und seine Arbeit durch eine Basisfinanzierung gesichert werden.
- Österreich braucht eine bundesweite Leseförderorganisation – der Buchklub bietet dafür eine gute Basis, die Stiftung Lesen in
Deutschland ein entsprechendes Vorbild.
