Presse

Presse-Informationen des Österreichischen Buchklubs der Jugend

Dezember 2019

PISA-STUDIE: ÖSTERREICH IM OECD-DURCHSCHNITT /

24% DER JUGENDLICHEN SIND IN DER LEISTUNGSSCHWACHEN GRUPPE /

BUCHKLUB DER JUGEND FORDERT MEHR ZEIT FÜRS VORLESEN

In der Lesekompetenz liegen österreichische SchülerInnen laut der heute vorgestellten PISA-Studie mit 484 Punkten (2015: 485 Punkte) im OECD-Schnitt von 487 Punkten. Anders als in den vergangenen Jahren ist Österreich beim Lesen diesmal nicht statistisch signifikant unter dem OECD-Schnitt gereiht. Das lag allerdings nicht an einer besseren Leistung der heimischen SchülerInnen, sondern am Rückfall anderer Staaten. Seit den ersten Erhebungszeitpunkten blieben die Leistungen der österreichischen SchülerInnen in Lesen in etwa konstant, 7 % gehören zur Spitzengruppe und 24 % der Jugendlichen sind RisikoschülerInnen.

Die Zahl von 17,1 % funktionalen Analphabeten (laut der PIAAC-Studie 2013) zeigt, dass sich der in der Schule beginnende Trend der mangelnden Lesekompetenz im Erwachsenenalter fortsetzt. Was passiert in der Regel mit den jungen Menschen, die Lesen nicht als Basiskompetenz in ihren Alltag integrieren (können)? Sie sind viel stärker als andere von der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, haben beruflich oft weniger Chancen, führen öfter ein fremdbestimmtes Leben und sind auch von der sinnvollen Nutzung digitaler Medien ausgeschlossen.

Buchklub-Geschäftsführerin Lydia Grünzweig erläutert: „Wir wünschen uns mündige erwachsene LeserInnen, anstelle von leicht beeinflussbaren und lenkbaren Menschen. Daher muss mit der Leseförderung bereits vor dem Eintritt in die Schule begonnen werden.“
Die Lösung? Wenn es nach dem Österreichischen Buchklub der Jugend geht: Vorlesen, vorlesen und wieder vorlesen. „Wir Erwachsene sollten Vorlesen, denn das spielt eine ganz wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass Kinder Spaß am Lesen und Spaß an Büchern entwickeln können. Wir Erwachsene sind Vorbilder. Bücher im Haushalt und regelmäßiges Vorlesen – das zeigen auch Studien, wie z.B. die Vorlesestudie 2019 der Stiftung Lesen – liefern einen großen Beitrag, dass Kinder später selbst gerne zu Büchern greifen. Dem Vorlesen wird in Europa und auch in Österreich wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Der Buchklub fordert mehr Zeit für das Vorlesen im Alltag: in der Schule und zu Hause“, so Grünzweig.

Dennoch zeigt sich, dass fast ein Drittel der Eltern ihren Kindern nicht oft genug vorliest (höchstens einmal pro Woche oder nie) - ebenso ein Ergebnis der aktuellen Vorlesestudie  der Stiftung Lesen. Dabei würde auch im Bereich der Leseförderung die Prävention viel mehr bringen als die nachträgliche Schadensbehebung. Die britische Leseförder-Organisation „BookTrust“ zeigt in ihrer „Social Return on Investment (SROI)-Analysis“ aus 2010, dass die Erträge ihres Lesefrühförderprogramms „Bookstart“ dessen Kosten weit übersteigen – nämlich mit einer Rate von 1:25 (Kosten versus Erträge). Jeder Euro, der in Lesefrühförderung investiert wird, bringt gewissermaßen 25-fache Erträge und verhilft dazu, dass teure Nachschulungen und nachträgliche Leseförderprogramme vermieden werden.
Grünzweig unterstreicht: „Wenn Lesen zu geistiger Gesundheit beiträgt, mündigen Staatsbürgern hilft, ihr Leben sinnvoll zu gestalten und der gesamten Gesellschaft dient – warum also diese Schlüsselkompetenz nicht von Anfang an gezielt fördern? Und zwar bereits in den Familien – nicht erst mit Schuleintritt.“

Der Buchklub der Jugend hat sich zum Ziel gesetzt, allen Kindern und Jugendlichen gleiche Bildungs- und Lebenschancen zu verschaffen. Grünzweig: „Wir entwickeln Programme zur Leseförderung schon für die jüngsten in unserer Gesellschaft. Als Non-Profit-Organisation sind wir aber auf Unterstützung angewiesen – von Gemeinden, Unternehmen, der Politik. Leseförderung ist ein gesellschaftspolitisches Anliegen, welches wir mit vereinten Kräften unterstützen sollten. Lesen ist eine der Schlüsselqualifikationen für ein selbstbestimmtes Leben. Wenn alle Eltern ihren Kindern jeden Tag 15 Minuten vorlesen – dann ist schon ein großer Schritt in Richtung Leseförderung getan.“


November 2019

BUCHKLUB DER JUGEND UND STORY.ONE STARTEN DEN STORYTELLING-WETTBEWERB #volldasleben

Mit Kurzgeschichte zum eigenen Buch
Mit Greta auf der Straße gestanden? Ganz verliebt gewesen? Den Sommer des Lebens erlebt? Die Buchklub-Story-Challenge, die der Buchklub der Jugend in Kooperation mit der Schreibplattform story.one ins Leben gerufen hat, will genau solche Geschichten ins Rampenlicht stellen. Die besten 16, unter anderem bewertet von Falter-Chefredakteur Florian Klenk, erscheinen in Buchform.

Die Buchklub-Story-Challenge
Jeder, der in Österreich die siebte bis neunte Schulstufe besucht, darf und soll bei der Story-Challenge mitmachen, jenem Wettbewerb, der nun in Kooperation von story.one und dem Buchklub erstmals stattfindet.
„Es gibt in unserem Land viele junge Schreibtalente. Sie schreiben cool, verwenden eine ganz eigene Sprache, trauen sich auch, experimentell zu sein“, schwärmt Hannes Steiner, Gründer und Geschäftsführer der Schreib-Plattform story.one. „Für uns war es ganz klar, dass wir diesen Schreibwettbewerb mit dem Buchklub machen wollen, der wichtigsten Institution im Land, wenn es um Schreiben und Lesen geht“, so Steiner.

Mit der Story-Challenge wollen wir die Hürde, etwas Eigenes zu veröffentlichen, für Schülerinnen und Schüler so gering wie möglich machen“, erklärt Buchklub-Projektleiter Ralph Zimmermann. So sei auch das Thema mit „Voll das Leben“ breit gewählt. „Es regt dazu an, aus dem eigenen Alltag zu berichten und einfach drauf loszuschreiben“, so Zimmermann.
Bis 3. April 2020 haben die jungen Schreiberinnen und Schreiber nun Zeit, auf story.one eine Kurzgeschichte unter dem Hashtag „#volldasLeben“ zu veröffentlichen. Die 16 besten der eingereichten Storys erscheinen dann in Buchform. „Das sind jene acht Geschichten mit den meisten Likes und weitere acht Geschichten, die von einer Fachjury gewählt werden“, so Zimmermann. Neben Vertreterinnen und Vertretern vom Buchklub wird dieser Jury auch Falter-Chefredakteur Florian Klenk angehören.
Mit dem Thema „Voll das Leben“ sollen keine fiktiven sondern reale Geschichten veröffentlicht werden, die „den Nerv“ der Jugendlichen treffen und so deren Leseinteresse fördern. Daher ist nicht zuletzt die Leseförderung ein zentrales Ziel des Wettbewerbs. Bisher haben bereits rund 100.000 Menschen auf story.one veröffentlichte Geschichten gelesen.

Buchklub-Geschäftsführerin Lydia Grünzweig betont: „Durch das Lesen digitaler Inhalte ändern sich Seh- und Lesegewohnheiten – die Art des Lesens hat sich den vielen Medien, die wir täglich nutzen, angepasst. Vor allem junge Menschen lesen heutzutage anders als noch vor einigen Jahren. Daher ist es besonders wichtig frühzeitig Lesekompetenz zu vermitteln, damit digitale Medien sinnvoll genutzt werden können. Wir vom Buchklub halten es für sinnvoll analoges und digitales Lesen zu verknüpfen – so wie es bei der Buchklub-Story-Challenge geschieht, da am Ende des Online-Wettbewerbs ein gedrucktes Buch mit 16 tollen Geschichten publiziert wird.“
„Junge Talente gibt es überall und das ist auch ganz essentiell für den Buchmarkt der Zukunft. Das Buch ist etwas Tolles, aber wir müssen es mit ins 21. Jahrhundert nehmen“, so Hannes Steiner.

Weitere Information auf www.buchklub.at und www.story.one/buchklub


PROMINENTE LESEN BEI "DER GROSSE VORLESETAG" IM BUCHKLUB

In der BücherBühne des Österreichischen Buchklubs der Jugend wurde am 18. November 2019 einen ganzen Vormittag lang vorgelesen! Nikolaus Glattauer, Jutta Treiber, Robert Steiner und Kai Aline Hula lasen unentgeltlich für rund 200 VolksschülerInnen, da Vorlesen für sie ein wichtiges Thema ist. Die Kinder lauschten gebannt den Lesungen und schmökerten sogleich selbst in den ausgesuchten Buchgeschenken. Um das Vorlesen auch nach dem Vorlesetag zu fördern, lädt der Buchklub Volksschulen ein, das Projekt ‚Wir lesen gemeinsam!‘ zu starten und stellt ein Plakat mit Vorlese-Tipps zur Verfügung, um das Vorlesen fix im Unterricht zu implementieren.

In Österreich gibt es (laut der PIAAC-Studie 2013) 17,1 Prozent funktionale Analphabeten – also Menschen die nicht sinnerfassend lesen können. Als Vorstufe zur Lesekompetenz bildet Vorlesen ein wichtiges Fundament für die Bildungschancen von Kindern. Das Vorlesen von Geschichten ist wichtig, damit sich Kinder zu begeisterten LeserInnen entwickeln können. Kinder fangen meist von selbst an, viel und gern zu lesen, wenn sie durch das Vorlesen Erwachsener erfahren haben, wie spannend ein Buch sein kann. Ausdrucksfähigkeit, Textverständnis und Wortschatz werden während des Zuhörens von Geschichten spielerisch gefördert.

Daher hat die facultas AG den großen Vorlesetag initiiert, bei dem Autorinnen und Autoren, Prominente und Vorlesepatinnen und ‐paten Kindern vorlesen. Mit Veranstaltungen an Schulen, in Kindergärten, Buchhandlungen, Büchereien und Museen in ganz Österreich soll ein wichtiges Zeichen für die Wichtigkeit von Lesekompetenz gesetzt und die Begeisterung am Lesen und Vorlesen geweckt werden.

Buchklub-Geschäftsführerin Lydia Grünzweig über das Vorlesen:
„Dem Vorlesen wird in Europa und auch in Österreich wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Der Buchklub wirbt immer wieder für das Vorlesen: in der Schule und zu Hause. Die Erfahrungen, die Kinder mit dem Lesen von klein auf machen, prägen das Leseverhalten später sehr. Auch das zeigen die Ergebnisse der JIM-Studie 2018 (Jugend/Information/Medien) oder auch der Vorlesestudie der Stiftung Lesen (2019). Vorlesen zu Hause, und zwar auch dann noch, wenn die Kinder schon selbst lesen können, lesende Eltern als Vorbilder und Vorlesen und miteinander lesen in der Schule fördern, dass ein junger Mensch später auch gerne selbst zu einem Buch greift. Wichtig ist nur: Die Bücher müssen den Leseinteressen der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Das was Eltern, Verwandte oder Freunde denken, dass ein Kind gerne lesen würde, entspricht oft nicht dem, was das Kind interessiert. Daher meine Empfehlung: Das Kind/den Jugendlichen selbst das Buch aussuchen lassen! Der Buchklub engagiert sich mit Buchempfehlungsprogrammen ganz stark in diesem Bereich der Literaturvermittlung. Der Auswahl der Bücher kommt beim Lesen lernen eine wichtige Rolle zu.
„Durch das Lesen digitaler Inhalte ändern sich Seh- und Lesegewohnheiten – die Art des Lesens hat sich den vielen Medien, die wir täglich nutzen, angepasst. Vor allem junge Menschen lesen heutzutage anders als noch vor einigen Jahren. Ohne Lesekompetenz allerdings ist man auch von der sinnvollen Nutzung der digitalen Medien ausgeschlossen. Und Vorlesen bildet wiederum die Vorstufe zur Lesekompetenz. Wir vom Buchklub halten es für sinnvoll analoges und digitales Lesen zu verknüpfen und parallel zu betreiben“, so Grünzweig über digitales- und analoges Lesen.

Zur Stellung des Buches in der digitalen Welt erläutert Grünzweig:
„Im Buch hat man die Möglichkeit innezuhalten, selbst weiterzudenken, Gelesenes zu reflektieren um dann wieder weiterzulesen. Gerade bei Kindern geschieht das Lesen oder auch das Vorlesen nicht geradlinig – es gibt immer wieder zwischendurch etwas zu besprechen, zu überlegen oder zu rätseln bevor man weiterliest. Es handelt sich fachsprachlich um dialogorientiertes Lesen. So erarbeitet man sich das Wissen selbst.
Bücher zu lesen hat ja auch eine haptische Komponente: gerade für Kinder ein sehr wesentlicher Faktor. Angreifen, blättern, … Daher glaube ich, dass Bücher aus unserem Alltag – vor allem auch für Kinder – in Zukunft nicht wegzudenken sein werden. Und junge Menschen, denen wir Erwachsene das Buch als fantasievolles und bereicherndes Medium für den Alltag vermitteln, werden vielleicht auch in späteren Jahren zu gedruckten Büchern greifen.“


Juni 2019

BUCHKLUB UND JUGENDROTKREUZ: GEMEINSAM LESEN

Der Österreichische Buchklub der Jugend und das Österreichische Jugendrotkreuz bringen ab kommendem Schuljahr ein gemeinsames Angebot heraus! 70 Jahre Erfahrung und Kompetenz werden im gemeinsamen Projekt gebündelt. „Gemeinsam lesen“ ist kindgerechte Leseförderung mit Büchern und Zeitschriften in einem Paket!

Die ideale Partnerschaft                                                                                       

Der Buchklub setzt sich seit 1948 dafür ein, im sozialen Umfeld der Kinder – vor allem in den Familien und in den Schulen – frühzeitig die Lust am Lesen und das Lesen lernen zu fördern. Das Jugendrotkreuz steht für humanitäre Bildung: Lernen und Handeln im Dienste von Humanität, Solidarität und Toleranz. Soziales Engagement und Gemeinnützigkeit sind der gemeinsame Leitgedanke – der Erlös der neuen Kooperation, die ein Angebot von Zeitschriften und Büchern für den Unterricht umfasst, fließt zur Gänze wieder in Leseförderung und humanitäre Bildung für Schülerinnen und Schüler.

Die Medien                                                                                                 

Die neuen Medien heißen Hallo Schule!, Meine Welt und Lese-Express für die Primarstufe sowie Space und Spot für die Sekundarstufe. Die Verwendung der Bücher und Zeitschriften im Unterricht wird vom Bildungsministerium per Erlass empfohlen!

Buchklub Geschäftsführerin Lydia Grünzweig über die Kooperation und das neue Angebot: „Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Jugendrotkreuz! 70 Jahre Erfahrung und Kompetenz beider Organisationen haben wir in der ARGE Gemeinsam lesen gebündelt. Jedes Jahresabo enthält zwei Bücher in der Primarstufe bzw. ein Buch in der Sekundarstufe. „Mein Buch“ macht, wie es sich bereits im aktuellen Schuljahr bewährt hat, mit Geschichten aus aktuellen Kinderbüchern und begleitenden Impulsen Lust aufs Lesen!“

Die Zeitschriften bieten Lesetechniken, Lesemotivation und Angebote für unterschiedliche Leseinteressen. Renate Hauser, Leiterin des Jugendrotkreuzes, betont: „Alle Zeitschriften der Primarstufe sind thematisch aufeinander abgestimmt, sodass sie parallel und differenzierend eingesetzt werden können. Englisch startet altersgerecht bereits in der 1. Schulstufe. In der Sekundarstufe legen wir in den Medien besonderen Wert auf kritisches Lesen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Fake News erkennen und kompetent ihr Leben in den sozialen Medien gestalten können.“


Februar 2019

GESCHICHTE ZUM ANFASSEN:

"KINDER ERFORSCHEN GESCHICHTE" 

Erleben, erlesen und mit Spaß erarbeiten - Museumspädagogen des Österreichischen Buchklubs der Jugend erwecken ab März 2019 in 18 österreichischen Volksschulen Geschichte zum Leben! Initiiert und ermöglicht wird die Aktion von den Fernleitungsunternehmen Gas Connect Austria und Trans Austria Gasleitung.

Stefan Wagenhofer, Geschäftsführer des langjährigen Buchklub-Partners Gas Connect Austria (GCA) erklärt die Beweggründe zur Kooperation mit dem Buchklub: „Bei Grabungsarbeiten für neue Erdgasleitungen stoßen wir immer wieder auf Spuren der Vergangenheit. Diese Fundstücke erzählen die Geschichte jener Menschen, die früher in dieser Gegend gelebt haben. Mit dem Projekt wollen wir für Kinder in Gemeinden, durch die unsere Leitungen führen, Geschichte erlebbar und begreifbar machen“.

Mit dem Fernleitungsnetzbetreiber Trans Austria Gasleitung (TAG) GmbH hat der Buchklub einen weiteren Partner für das Projekt gewonnen: „Zielsetzung des Projekts ist es, eine positive Leseatmosphäre in Verbindung mit lebendiger und lebensnaher Wissensvermittlung zu schaffen“, so TAG-Geschäftsführer Rudolf Starzer.

Einen ganzen Vormittag lang wird in jeder Schule an mehreren Stationen gezeigt, was alte Scherben und Knochen heute noch erzählen können. Oder wie man mit Hilfe von Steinen Feuer machen kann. Eine Spezialausgabe des Buchklub-Magazins YEP dient mit Hintergrundinformationen als Inspiration und Vorbereitung auf den Workshop. Insgesamt an 18 Schulen in Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark wird geforscht, gegraben, gemessen, gewogen und natürlich gelesen. Zusätzlich zu den Workshops bekommen die Schulklassen einen mit spannenden Kindersachbüchern gefüllten Buchklub-Trolley überreicht.

Alle wissenschaftlichen Studien belegen, dass das nahe Umfeld entscheidenden Einfluss darauf hat, ob ein Kind zum Leser/zur Leserin wird. Dazu gehören neben Familie und Bekanntenkreis auch kommunale Einrichtungen. Projekte wie „Kinder erforschen Geschichte“ – durchgeführt vom Buchklub und unterstützt von Unternehmen der Wirtschaft, wie der GCA und der TAG – wirken einerseits effektiv im Bereich der Leseförderung, forcieren aber ebenso ganzheitliches Lernen an einem bestimmten Thema.


TRUMAU WIRD LESEGEMEINDE

Der Österreichische Buchklub der Jugend und die Gemeinde Trumau engagieren sich für das Lesen – und zwar für jedes Gemeindemitglied schon von Geburt an! Lesen fördern und Familien möglichst früh in die Leseförderung einzubeziehen, ist das Ziel der Aktion „Lesegemeinde Trumau“. 

Jedes Kind der Gemeinde erhält von Geburt an bis zum Ende der Volksschule zweimal im Jahr – jeweils rund um den Welttag des Buches im April und zu Weihnachten – ein Buch geschenkt. Jährlich gibt es 16 verschiedene Bücher, pro Altersstufe insgesamt zwei unterschiedliche Titel. Begleitend zu diesen rund 800 Büchern im Jahr, die vom Buchklub nach pädagogischen Kriterien ausgewählt werden, erhalten die Eltern Vorlesetipps sowie kreative Impulse zur Beschäftigung mit den Büchern zu Hause. SchuleinschreiberInnen erhalten zudem das Magazin „Komm mit in die Schule“ zum spielerischen Einstieg ins Lesen lernen. In der Volksschule soll das Buchklub-Lesetheater auf kreative Art die Leselust wecken und durch lautes Lesen das Selbstbewusstsein der Kinder stärken.

„Wir wollen in der Gemeinde das Bewusstsein für die Bedeutung des Lesens wecken und dabei neben den SchülerInnen auch die Kinder unter sechs Jahren ansprechen“, so der Trumauer Bürgermeister Andreas Kollross.

Alle wissenschaftlichen Studien belegen, dass das nahe Umfeld entscheidenden Einfluss darauf hat, ob ein Kind zum Leser/zur Leserin wird. Dazu gehören neben Familie und Bekanntenkreis auch kommunale Einrichtungen. Dem Zusammenspiel von Familie, Kindergarten und Volksschule im kulturellen Umfeld der Gemeinde kommt daher zentrale Bedeutung zu. Fachleute bestätigen, dass besonders im Vorschulalter der Umgang mit Büchern und das Vorlesen essentiell sind für die Entwicklung der Kinder. Dies trifft schon auf die Kleinsten zu.

In der aktuellen JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) 2018 zur Medien-nutzung Jugendlicher heißt es: „Der Anteil derjenigen, die in ihrer Freizeit mindestens mehrmals pro Woche gedruckte Bücher lesen, beträgt seit etwa 20 Jahren rund 40 Prozent. Mit 16 Prozent ist jedoch jeder Sechste Nichtleser und beschäftigt sich in der Freizeit überhaupt nie mit Büchern.“

Buchklub-Geschäftsführerin Lydia Grünzweig betont: „Der Anteil an regelmäßigen Lesern ist trotz fortschreitender Digitalisierung konstant geblieben – sorgen wir dafür dass es so bleibt. Und: kümmern wir uns vor allem darum, dass die Anzahl der Nichtleser sinkt – und zwar von klein auf!“

Soll Ihre Gemeinde auch zur LESEGEMEINDE werden?

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Mag. Isabella Barenscher

Marketing & PR Österreichischer Buchklub der Jugend

isabella.barenscher@buchklub.at | www.buchklub.at | www.facebook.com/buchklub


Oktober 2018

„70 Jahre Buchklub“

Bundespräsident Van der Bellen gratuliert in der Hofburg

Der Österreichische Buchklub der Jugend hat Geburtstag und feiert 70 Jahre Einsatz im Dienst der Leseförderung. Aus diesem Anlass wurden Vorstand, Landesreferenten und Mitarbeiter des Buchklubs zum Empfang bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen in die Hofburg geladen, der die bedeutende Aufgabe des Buchklubs honorierte: „Danke, dass Sie seit vielen Jahren jungen Menschen die Freuden des Lesens näherbringen. Danke für Ihr Engagement! Ich bin davon überzeugt: Lesen ist kein Selbstzweck, sondern ein Beitrag zu Humanität und zu Bildung, zum friedlichen Zusammenleben, zum Entfalten der menschlichen Persönlichkeit.“

Buchklub-Vorsitzende Christa Prets unterstreicht: „Siebzig Jahre Österreichischer Buchklub der Jugend heißt Leseförderung für Kinder und Jugendliche, heißt immer wieder auf die zeitlichen Veränderungen einzugehen und gleichzeitig aber auch innovativ zu sein, Visionen zu haben und sie zu realisieren. Enge Kooperationen mit dem Netzwerk der SchulreferentInnen in allen Bundesländern sind die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung unserer Angebote. Neben Lesekompetenz ist es uns wichtig auf Medienkompetenz hinzuweisen, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung notwendig ist, um mit der täglichen Flut von Informationen umgehen zu können und sie zu nutzen, ohne benutzt zu werden.“

„Unsere Kinder und Enkelkinder leben zwar in unserer Zeit, aber in einer anderen Welt. Wurden wir durch Bilderbücher alphabetisiert, wachsen Kinder heute mit den Bildern der Werbung auf. Haben wir die Welt schön säuberlich von links oben nach rechts unten, umblättern, Seite für Seite kennengelernt, strömen auf unsere Kinder Informationen aus allen Richtungen ein, nicht hintereinander, sondern gleichzeitig“, so Buchklub-Medienexperte Gerhard Falschlehner über die gegenwärtige Herausforderung.

Und wie geht's weiter?
Die neue Buchklub-Geschäftsführerin Lydia Grünzweig ist sicher: „Lesen gilt unbestritten als Basisvoraussetzung für die Nutzung der Medienvielfalt. Lesen steht mit den digitalen Medien in einer spannenden Wechselwirkung, neue Formen und Techniken des Lesens entwickeln sich. Wir erleben im Augenblick wohl die gravierendste Umwälzung und Ausweitung an Informationskanälen seit der Gutenberg-Revolution. Zugleich droht aber auch weltweit eine Spaltung in eine Medien-Zweiklassengesellschaft – mündige Leser und beliebig manipulierbare Nichtleser. Faszinierende und spannende Aufgaben, die auf den Buchklub zukommen.“

Fotos des Empfangs: www.bundespraesident.at

Copyright: Peter Lechner/HBF

Buchklub-Missionen der letzten 70 Jahre

Der Buchklub wurde am 15. September 1948 auf Initiative des Deutschlehrers und späteren langjährigen Buchklub-Generalsekretärs Richard Bamberger mit Unterstützung von Politikern gegründet. Man wollte die Versäumnisse gegenüber der Jugend des Krieges wiedergutmachen, mit Hilfe des Buches eine positive Weltanschauung vermitteln und die Kinder zu Friedensliebe und Demokratie erziehen.
„Ich bin das Jahrbuch und ich habe große Angst, dass ihr mich auslacht, weil ich so klein und unscheinbar bin.“ Mit diesen Worten begann die Erfolgsgeschichte des Buchklubs. Das erste Jahrbuch enthielt vor allem Leseproben aus Jugendbüchern, die berühmten „Anlesetexte“, die dann abbrachen, wenn es am spannendsten wurde. Für den Durch-bruch der Idee „Buchklub“ war überdies ein Erlass des Unterrichtsministeriums mitverantwortlich, dass an allen Schulen ehrenamtliche BuchklubreferentInnen installiert werden durften – bis heute sind sie die Basis des Buchklubs.
Aus dem Jahrbuch wurden 1990 bunte und kreative Magazine, unter anderem mit der Leitfigur PHILIPP, der Buchklubmaus, die zum Buchklubmaskottchen wurde. Dahinter stand aber auch ein neues lesedidaktisches Programm: Förderung der Kreativität und Eingehen auf die Individualität der Kinder waren die Leitlinien für erfolgreiche Leseförderung. 1996 tauchte ein seltsames Tier in den Schulen auf: der Lilla GORILLA, die Leitfigur einer neuen Taschenbuchreihe mit spannenden Jugendromanen und Textanthologien für 10- bis14-Jährige. Mit bis heute 48 Bänden und weit über 300 000 verkauften Exemplaren etablierte sich der Lilla GORILLA in der Jugendbuchlandschaft. Kaufte der Buchklub anfangs Lizenzen von bewährten Romanen ein, hat sich der Buchklub GORILLA, wie er seit 2006 heißt, im Lauf der Jahre zu einer Taschenbuchreihe österreichischer Neuerscheinungen entwickelt.
1991 entstand unter dem Namen „Lesen unter einem Dach“ eine Kooperationsgemeinschaft mit dem Jugendrotkreuz, aus der die beiden Magazine JÖ und TOPIC hervorgehen. Mit über 200 000 Abonnenten ist die Kooperation seither europaweit einmalig erfolgreich.
Nach den eher enttäuschenden PISA-Ergebnissen 2001 wurde der Buchklub vom Unterrichtsministerium beauftragt, Konzepte vorzulegen. Der Buchklub entwickelte die Initiative LESEFIT, die bei LehrerInnen und Eltern ein verändertes Bewusstsein für Leseförderung wecken sollte.
War der Buchklub in den Anfangsjahren stark auf die Vermittlung von guter Jugendliteratur fokussiert, intensivierte er im Lauf der Jahre seine lesepädagogischen Aktivitäten. Ab den neunzehnsechziger Jahren fanden in allen Bundesländern und Schultypen „Leseseminare“ statt, die von Landes- oder Bezirksreferenten des Buchklubs organisiert wurden, und bis heute einen ganz wesentlichen Beitrag zur Lehrerfortbildung leisten.
Lesekompetenz ist die Voraussetzung für politische Mündigkeit des Einzelnen, daher war die Verknüpfung von Lesen mit politischer Bildung ein wichtiger Aspekt der Buchklub-Arbeit. Der aktuelle Buchklub CROSSOVER-Band „100 Jahre jung – Literatur aus Österreich“ für SchülerInnen ab 12 Jahren ist eine spannende Geschichte Österreichs aus der Sicht der Jungen.
Die letzten 10 Jahre wurden auch von Wirtschaftspartnern und Sponsoren mitgeprägt, die der Buchklub gewinnen konnte. Die OMV-Tochter Gas Connect, unterstützt seit Jahren ein Literatur- und Archäologieprojekt für Kinder in jenen Gemeinden, in denen Gas gefördert oder durch sie transportiert wird.
McDonald‘s bietet gemeinsam mit dem Buchklub in seinen Filialen gute Kinderbücher als Gimmick an, die Handelskette HOFER engagierte den Buchklub, um ein qualitätsvolles Kinderbuchsortiment aufzustellen und anzubieten. Bei beiden Aktionen geht es vor allem darum, Kinder aus lesefernen Milieus zu erreichen, die sonst keinen Zugang zu Büchern hätten. Im Auftrag der Firma KAPSCH entwickelte der Buchklub schließlich ein Lesetrainingsprogramm für Lehrlinge.
Wenn man über den Buchklub spricht, muss man den sozialen Aspekt erwähnen. Kein Kind soll aus finanziellen Gründen vom Lesestoff ausgeschlossen werden. Von 2002 bis 2017 konnte der Buchklub dank verschiedener Sponsoren allen Kindern und ihren Eltern (rund 90 000 pro Jahrgang) zur Schuleinschreibung als kleines Geschenk mit der Schulanfängerbroschüre, und später mit Schulstart ein Gratisbuch schenken. Von jedem der eigenen Medien stellt der Buchklub 10 % als Freiexemplare bereit. Rund eine Million Euro konnten dadurch allein in den letzten Jahren als Buchprämien für Schulbibliotheken zur Verfügung gestellt werden. Und viele Buchgeschenke machten Kindern Freude, die keine Bücher besaßen, wie „Bücher zum Ankommen“ für geflüchtete Kinder und „Bücher zum Anfangen“ für Eltern, die sich keine Bücher leisten können, zum Beispiel für alleinerziehende Mütter in Frauenhäusern.
Wichtig im digitalen Zeitalter ist auch die Verknüpfung von Lesen in analogen und digitalen Medien. Daher bietet der Buchklub online frei zugänglich und gratis parallel zu allen Buchklubmedien Buchklub-Impulse mit vielfältigen Materialien und Impulsen auf www.buchklub.at.

Hier finden Sie eine detaillierte Fassung der „Buchklub-Geschichte der letzten 70 Jahre“!


.

September 2018

Wer die Geschichte nicht kennt, kennt die Gegenwart nicht

Im November 1918 wurde die Republik Österreich gegründet. Ein Jahrhundert später gibt der Österreichische Buchklub der Jugend im Schuljahr 2018/2019 das Buch „100 Jahre jung“ in der Reihe Buchklub CROSSOVER heraus und lädt gemeinsam mit Zeit Punkt Lesen zum begleitenden Wettbewerb.
Soeben fand der offizielle Auftakt zum Wettbewerb „100 Jahre jung“ in Kooperation mit Zeit Punkt Lesen, der vom Land Niederösterreich ins Leben gerufenen Leseinitiative, statt. Buchklub-Vorsitzende Christa Prets sowie Rafael Ecker von der NÖ KREATIV GmbH gaben in der NÖ Landesbibliothek den Startschuss zum Wettbewerb „100 Jahre jung“. Abgeordnete zum NÖ Landtag Doris Schmidl begrüßte in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Bildungsdirektor Johann Heuras, selbst Historiker, zur Relevanz der Vergangenheit im Schulunterricht: „Wer die Geschichte nicht kennt, kennt die Gegenwart nicht. Wer die Gegenwart nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten. Und: Man ist sicherer unterwegs, wenn man in den Rückspiegel schaut.“

Susanne Schmalwieser, Siegerin des grenzüberschreitenden Poetry-Slam-Wettbewerbs von Zeit Punkt Lesen, performte live ihren „Plan B“: „Im Leben musst du keinen besiegen, nur abends im Bett sollst du in Ruhe liegen und sorglos deine Seele in die Hand deiner Zukunft geben. Dann schmilzt die Zeit dich weich wie Wachs und warm wie Kerzenschein. Ich habe genau eine Botschaft an mein und jedermanns future self: Nur eines sollst du sein – ein guter Mensch.“

Univ.-Prof. Michael John, Vorstand des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Kepler Universität Linz, diskutierte mit Susanne Schmalwieser und Gerhard Falschlehner zum Thema Jugendkultur: „Spielerisch mit Geschichte umgehen ist wunderbar“, so Michael John.

Dies ist ganz im Sinne des Buchklubs und des Lesetheaters zu verstehen. Denn das Lesetheater Mopkaratz bot eine Uraufführung, Texte aus dem Buch „100 Jahre jung“ wurden zu einem Workshop für Schulen entwickelt. „Mit Mitteln des Theaters improvisieren wir in diesem Workshop und erfahren, was es heißt, Einfluss zu nehmen, Widerstand zu leisten und Geschichte mitzugestalten. Die Texte aus dem Buchklub CROSSOVER-Band werden durch unser Spiel lebendig“, so Olaf Heuser und Klaus Schaurhofer vom Lesetheater Mopkaratz.


Der Wettbewerb „100 Jahre jung“

Jetzt sind Österreichs Schulen am Zug! Der Buchklub lädt gemeinsam mit Zeit Punkt Lesen zur Teilnahme am Wettbewerb „100 Jahre jung“. Jugendliche ab 12 Jahren sind am Wort und ihre Beiträge – Text, Bild oder Video – werden auf www.100jahrejung.at präsentiert und prämiert:
Was weißt du über die Schicksale deiner Großeltern, Urgroßeltern und anderer Vorfahren? Interessierst du dich für deine Familiengeschichte? Oder ist es dir egal, was früher war?  
Suche dir einen Text aus dem Buch „100 Jahre jung“, der dich persönlich anspricht, und sag uns deine Meinung oder deine Gefühle dazu. Oder erzähle uns eine Episode aus deiner Familiengeschichte und sag uns deine Meinung oder deine Gefühle dazu.

Über Buchklub CROSSOVER „100 Jahre jung“

Der Buchklub CROSSOVER-Band „100 Jahre jung – Literatur aus Österreich“ für SchülerInnen ab 12 Jahren ist eine einmalige Anthologie über 100 Jahre Jugend in Österreich. Österreichische AutorInnen – von Ödön von Horvath bis Robert Seethaler, von Veza Canetti bis Julya Rabinowich, von Thomas Bernhard bis Peter Handke, von Renate Welsh bis Sarah Michaela Orlovský – schrieben auf, wie junge ÖsterreicherInnen zu ihrer Zeit fühlten und dachten. Das Buch ist ein kollektives literarisches Gedächtnis junger Menschen und zugleich eine spannende Geschichte Österreichs aus der Sicht der Jungen.

Info und Bestellung: www.buchklub.at/sekundarstufe/crossover/100jahrejung/


Wir freuen uns über Ihre Berichterstattung. Gerne senden wir Ihnen auch Logomaterial und Fotos zu.

Als Ansprechpartner für die Redaktion steht Ihnen Isabella Barenscher gerne zur Verfügung!

Download & Info